Neele-Vat sieht bei SOLAS-Methode Nr. 2 klare Vorteile

Vom Rotterdamer Hafen aus verschifft Neele-Vat jährlich Tausende von Seecontainern. Aufgrund der Änderungen der SOLAS-Regeln müssen alle diese Container ab dem 1. Juli 2016 gewogen werden. Aus diesem Grund rüstet der Logistikdienstleister seine Gabelstapler mit iForks-Wiegegabeln aus.

Neele-Vat sieht bei SOLAS-Methode Nr. 2 klare Vorteile

Neele-Vat ist ein Logistikdienstleister mit 600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 250 Millionen Euro im Jahr 2015. Das Unternehmen bietet seinen Kunden ein komplettes Dienstleistungspaket, von Luft- und Seefracht bis hin zur Lagerung und physischen Distribution. Neele-Vat verfügt über Büros und Lager in China, Russland, Italien, Finnland und Polen. Der Hafen von Rotterdam ist das Zentrum für Seefracht. Von mehreren Lagern im Raum Rotterdam und auf der Maasvlakte werden wöchentlich mehrere Hundert Container verschifft. Entsprechend der Änderungen der SOLAS-Regeln müssen alle diese Container ab dem 1. Juli 2016 gewogen werden.

Die jüngsten SOLAS-Änderungen fordern von Speditionen, dass diese den Reedereien vor dem Verladen das Bruttogewicht der Container mitteilen. Die Gewichtsinformationen werden dazu verwendet, Staupläne für die riesigen Containerschiffe zu erstellen. Zwei Methoden sind für die Ermittlung der VGM (Verified Gross Mass - verifizierte Bruttomasse) der Container zulässig: Den kompletten Container wiegen (Methode Nr. 1) oder alle einzelnen Güter im Container wiegen und daraus das Bruttogewicht errechnen (Methode Nr. 2).

Wir sprechen mit René Bongers (Geschäftsführer) und Dennis Kruit (Lagerleiter) über die neuen SOLAS-Regeln. Sie erklären, warum sie sich für SOLAS-Methode Nr. 2 entschieden haben.

 

Als Lagerleiter war Dennis Kruit der erste bei Neele-Vat, der mit den praktischen Aspekten der SOLAS-Gewichtsanforderungen konfrontiert wurde. Auf meine Frage, warum die Logistikbranche so spät reagiert, schließlich ist es nur noch einen Monat bis zum Inkrafttreten am 1. Juli 2016, antwortet er: „Wir hatten gerade eine weitere Besprechung mit den Hafenbehörden und die Regeln werden jetzt, einen Monat vor Inkrafttreten, deutlich.“

„Keine VGM = Kein Verladen, ist was sie im Moment sagen: Wenn das Gewicht nicht bekannt ist, wird der Container nicht an Bord verladen. Wir müssen dem Terminal und der Reederei das Gewicht bis spätestens einen Tag vor dem Auslaufen mitteilen. Eine Toleranz von 5 % ist dabei zulässig. Wenn die VGM nicht stimmt, wird eine Strafe fällig.“

René Bongers übernimmt. „Wir haben ein schnelles und genaues Verfahren gesucht. Wir arbeiten mit renommierten Kunden und die wünschen keine Tricks oder Komplikationen. In manchen Ländern wird der Container mit einem Schloss verriegelt, wenn das Gewicht nicht stimmt. Daher hängt alles vom Prozess ab.“ Dennis Kruit stimmt zu: „Sie wollen Fehler um jeden Preis vermeiden. Einen Container vom Terminal zurückzuholen, dauert vier Tage. Das bedeutet zusätzliches Bewegen, Zollabfertigung, die Referenznummer wird storniert, das alles sorgt für zusätzliche Kosten.“ Neele-Vat hat sich für SOLAS-Methode Nr. 2 entschieden und wiegt einzelne Stückgutladungen direkt auf seinen Gabelstaplern.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie die interne Logistik der SOLAS-Methode Nr. 2 bei Neele-Vat aussieht, nimmt uns Dennis Kruit mit in das Lager in der Marco-Polo-Straße. Die Vorderseite des Lagers besteht aus unzähligen nummerierten Laderampen mit davorstehenden Containern. Lastwagen in makellosem Blau und Weiß fahren hin und her. Mit Sicherheitswesten in einer besonderen Farbe für Besucher dürfen wir das Gebäude betreten. Gabelstapler verladen in einem unglaublichen Tempo palettierte Güter in Container. Hin und wieder halten sie an, um neue Aufträge auf Ihre PDA an Bord zu erhalten.

Dennis erklärt, dass seine Gabelstapler mit iForks von RAVAS ausgerüstet sind, um alle eingehenden Stückgutladungen schon beim Entladen der Lastwagen ohne Zeitverlust zu wiegen. Das Gewicht der einzelnen Ladungen wird dann in das Lagerverwaltungssystem eingespeist. Wenn die Ladelisten für die einzelnen Container später erstellt werden, addiert das LMS die Gewichte der einzelnen Ladungen und das Eigengewicht des Containers. Auf diese Weise ist das Bruttogewicht bereits bekannt, bevor eine Palette in den Container geladen wurde. „Wir sind nach ISO und AEO zertifiziert, daher wird Methode Nr. 2 in unser vorhandenes Qualitätssicherungssystem eingebunden“, ergänzt Dennis.

Für Unternehmen, die Stückgutladungen in Containern zusammenstellen, bietet Methode Nr. 2 wichtige zusätzliche Vorteile. Das Wiegen einzelner Ladungen in einem Container bietet zusätzliche und detaillierte Informationen und schafft Möglichkeiten zur Prozessoptimierung. Dies führt wiederum zu einem höheren ROI bei SOLAS-Investitionen.

 

René Bonger erklärt warum SOLAS nicht nur Verpflichtungen mit sich bringt, sondern auch Chancen: „Wir betrachten einen SOLAS Business Case. Wir sind dann auf dem neuesten Stand der Technik und arbeiten genauer. Unsere Kunden werden das zu schätzen wissen. Wir speisen alle Informationen direkt in unsere Management Software. Heutzutage wird Vieles noch immer von Hand erledigt, was Geld und Arbeitskraft kostet. Wir werden dadurch einen Mehrwert bieten. Wir hoffen, dass uns das dabei hilft, uns am Markt von der Konkurrenz abzuheben.“

Neele-Vat ist auf SOLAS vorbereitet.

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